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Luftfeuchtigkeit messen — Wie geht das?

Wie kann man eigentlich die Luftfeuchtigkeit messen? Obwohl eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit enorm wichtig ist, wissen viele Leute die Antwort auf diese Frage nicht. Das perfekte Raumklima setzt sich aus einer angenehmen Temperatur und der optimalen Luftfeuchtigkeit zusammen. Die Temperatur kann leicht erfühlt werden und wird mithilfe eines Thermometers gemessen. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist, kann man jedoch kaum spüren.

In diesem Artikel gehen wir auf verschiedene Methoden zur Messung der Luftfeuchtigkeit ein. Eine deutlich zu niedrige Luftfeuchtigkeit wirkt sich spürbar auf Ihr Wohlbefinden aus. Mithilfe kontrollierter Messergebnisse können Sie dem entgegenwirken.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie mithilfe verschiedener Mittel die Luftfeuchtigkeit erhöhen können, sollten Sie bei einem unser anderen Artikel vorbeischauen.

Was genau ist eigentlich Luftfeuchtigkeit?

Wenn man Kinder fragt was eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% bedeutet, bekommt man oft als Antwort, dass die Luft komplett durch Wasser ersetzt wurde und man nicht mehr atmen könne. Dem ist natürlich nicht so. Die Luftfeuchte gibt den Anteil an Wasserdampf in der Umgebungsluft an. Dabei ist die Temperatur maßgeblich dafür, wie viel Wasser die Luft aufnehmen kann.

Das Verhältnis von der momentan aufgenommenen Wassermenge zur möglichen (temperaturabhängig) bezeichnet man als relative Luftfeuchtigkeit.

Eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% bedeutet dementsprechend, dass die Umgebungsluft die maximal mögliche Menge an Wasser bei der momentanen Temperatur aufgenommen hat. Je höher die Temperatur, desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen.

Das angesprochene Verhältnis — und somit die relative Luftfeuchtigkeit — lässt sich mithilfe verschiedener Verfahren genau messen.

Methoden zur Messung der Luftfeuchtigkeit

Hygrometer:

Die Nutzung eines Hygrometers ist die einfachste und am häufigsten benutzte Methode zum Luftfeuchtigkeit messen. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Bauarten mit verschiedenen Funktionsweisen. Wir beschränken uns zur Erläuterung auf die gängigste Bauart — das Haarhygrometer.

Dieses enthält, wie der Name vermuten lässt, ein menschliches Haar. Das Haar reagiert auf Veränderungen der Feuchtigkeit. So dehnt es sich bei hoher Feuchtigkeit aus und zieht sich bei niedriger Feuchtigkeit zusammen. Dieser Längenunterschied wird gemessen und auf einen Zeiger übertragen.

Zum Luftfeuchtigkeit messen wird das menschliche Haar auch teilweise durch synthetische Stoffe ersetzt. Obendrein gibt es auch elektronische Hygrometer, die sich die Änderung des elektrischen Widerstands oder der Kapazität, je nach Luftfeuchtigkeit, zu Nutze machen.

Taupunktmethode:

Die Taupunktmethode ist ein weiteres Verfahren zum Luftfeuchtigkeit messen. Hierbei wird ein Spiegel solange abgekühlt bis sich auf ihm Wasser niederschlägt (Taupunkt). Der Taupunkt bzw. der genaue Moment der Kondensation wird anschließend genau bestimmt. Mithilfe der Taupunkt-Temperatur und dem zugehörigen Druck wird die absolute Feuchte und schließlich die relative Luftfeuchtigkeit berechnet.

Smartphone:

In der heutigen Zeit sind sogar einige Smartphones dazu in der Lage die Luftfeuchtigkeit zu messen. Hierbei muss zwischen zwei Methoden unterschieden werden.

Luftfeuchtigkeit messenZunächst gibt es diverse Apps, die auf nahezu jedem Gerät funktionieren und mittels GPS-Ortung deinen momentanen Standort bestimmen. Anschließend wird von einer Datenbank die Luftfeuchtigkeit in deiner Umgebung abgelesen und dir angezeigt. Hiermit erhältst du allerdings lediglich die relative Luftfeuchtigkeit außerhalb deines Hauses.

Darüber hinaus gibt es ansteckbare Hygrometer, die sich mit kompatiblen Smartphones verbinden können. Die Geräte sind meist sehr klein, handlich und benutzerfreundlich. Nachdem man das Gerät mit dem Smartphone verbunden hat, zeigt es einem Temperatur und Luftfeuchtigkeit an — egal wo man sich gerade befindet. Hier wird natürlich auch die relative Luftfeuchtigkeit innerhalb von geschlossenen Räumen gemessen.

Wie die Luftfeuchtigkeit messen?

Sobald Sie sich für das Messgerät Ihrer Wahl entschieden haben gilt es dieses zu benutzen. Als erstes müssen Sie sich Gedanken um die Platzierung des Geräts machen. Wir raten dazu, dass Hygrometer möglichst nicht in der Nähe einer Heizung oder eines Fensters zu platzieren, da dies die Ergebnisse verfälschen kann. Der beste Platz ist dementsprechend ein zentraler Ort im Raum, weit weg von Fenster oder Heizung.

Innerhalb kürzester Zeit wird Ihnen die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit angezeigt. Welche Schlüsse können Sie nun daraus ziehen und wie sollten Sie reagieren? Wie hoch ist überhaupt die optimale Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen?

Optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen

Badezimmer: ~ 23 °C mit 50-70 % Luftfeuchtigkeit
Kinderzimmer: ~ 21 °C mit 40-60 % Luftfeuchtigkeit
Wohnzimmer: ~ 20 °C mit 40-60 % Luftfeuchtigkeit
Küche: ~ 18 °C mit 50-60% Luftfeuchtigkeit
Schlafzimmer: ~ 17 °C mit 40-60 % Luftfeuchtigkeit
Keller: ~ 12 °C mit 50-60% Luftfeuchtigkeit

Es ist normal, dass die Luftfeuchtigkeit in Küche und Badezimmer höher ist als in anderen Räumen. Das liegt daran, dass die Luftfeuchtigkeit beim Kochen, Duschen oder Baden durch den vielen Wasserdampf erhöht wird. Dies ist vollkommen unproblematisch solange nach dem Duschen oder Kochen gut gelüftet wird, was dazu führt, dass der Wasserdampf entweicht.

Wenn Sie sich an diesen groben Richtlinien orientieren werden Sie keine Probleme mehr mit zu hoher oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit haben. Dies steigert das Wohlbefinden und kommt Ihrer Gesundheit sehr zugute.

Auswirkungen von zu niedrigen und zu hohen Luftfeuchtigkeiten

Obwohl der Spielraum bei der Luftfeuchtigkeit in Räumen relativ groß ist, sollten Sie bestimmte Grenzen auf keinen Fall überschreiten.

Bei einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit fängt der Körper an auszutrocknen. Zunächst wird die Atmung schwerer, weil der Sauerstoff schlechter in die Blutbahn gelangt. Obendrein trocknen die Haut und Schleimhäute aus. Dies schwächt allgemein die Immunabwehr und kann sogar zu Nasenbluten führen. Außerdem kann es zu Hautreizungen und sogar Hautentzündungen kommen.

Auch viel zu hohe Luftfeuchtigkeiten sollten unter allen Umständen vermieden werden. Wie zuvor schon erwähnt ist es kein Problem, wenn die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig (z.B durch Duschen, Kochen oder Baden) enorm ansteigt. Problematisch wird dies erst bei längeren Zeiträumen. Herrscht über einen längeren Zeitraum eine Luftfeuchtigkeit von über 80% in geschlossenen Räumen, so ist eine Schimmelbildung zwangsläufig vorprogrammiert.

Sowohl eine dauerhaft zu niedrige als auch eine auf Dauer zu hohe Luftfeuchtigkeit sind enorm schädlich und sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Zusammenfassung

Die optimale Luftfeuchtigkeit in Kombination mit einer angenehmen Temperatur führt zum perfekten Raumklima. Obwohl die optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen mindestens genauso wichtig wie die Temperatur ist, wird jene oft vernachlässigt. Zum Luftfeuchtigkeit messen gibt es verschiedene Methoden — die gängigste und einfachste ist die Benutzung eines Haarhygrometers.

Eine auf Dauer zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann ernsthafte Konsequenzen haben und sollte um jeden Preis vermieden werden. Aus diesem Grund ist das Luftfeuchtigkeit messen in unseren Augen enorm wichtig.

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